China muß verschiedene Herausforderungenbestehen, um das spektakuläre Wirtschaftswachstum der letzten20 Jahre halten zu können, wie Experten der Weltbank beieiner Pressekonferenz in Hongkong feststellten. "Chinahat sich noch nicht ganz von Armut und Unterentwicklung befreit",sagte Yukon Huang, Länderdirektor der Weltbank für China,Reportern bei einer Pressekonferenz zur Vorstellung eines neuenBerichts über China. "Rund 270 Millionen Chinesen lebennoch immer unter der Armutsgrenze von einem Dollar pro Tag. DerBericht China 2020: Development Challenges in the New Centurygeht der Frage nach, was getan werden muß, um ein Fünftelaller Armen weltweit von der Armut zu befreien." Der Berichtargumentiert, China könne über die nächsten 20Jahre ein Wirtschaftswachstum von 6,5 Prozent jährlich erzielen,wenn es eine wettbewerbsorientierte, aber auch solidarische Gesellschaftschaffe. Wenn dies gelinge, so Vikram Nehru, der Hauptverfasserdes Berichts, werde China "die vielleicht bemerkenswertestewirtschaftliche Wandlung vollziehen, die die Welt je gesehen hat".
Der Bericht präsentiert zwei Visionen Chinas im Jahr 2020:eine starre Wirtschaft, die von ihren Problemen überrolltwird, oder eine flexible, die sich auf sie einstellt. Die Weltbanksetzt auf Flexibilität. "Es gibt zwei kritische Bereiche, in denen China sich bewegenmuß", sagte Huang den Reportern. "in Fragen derUnternehmensreform und des Finanzsektors. Gleichzeitig ist Chinamit drängenden Sozial- und Umweltproblemen konfrontiert.… Ich glaube, was der Parteikongreß beschlossen hat,ist im wesentlichen weiterer Fortschritt in all diesen Bereichen,die das Land stärken oder es der Weltbank ermöglichen,ihre Bemühungen in der Zukunft zu intensivieren." Huangfügte hinzu, daß die Weltbank an China in den nächstenJahren voraussichtlich 2,5 bis 3 Mrd. Dollar ausleihen werde (davonschätzungsweise 1 bis 2 Mrd. Dollar zur Finanzierung derInfrastruktur); er glaube, "die Vorgänge in Beijingwerden dies Wirklichkeit werden lassen". Auf die Frage nach der Beziehung zwischen Demokratie und Wachstumsagte Nicholas Hope, der ehemalige Länderdirektor der Weltbankfür China und die Mongolei, die Kommunistische Partei habein China eine wichtige einigende Kraft dargestellt, und es gebebereits Anzeichen dafür, daß demokratische Reformenan der Basis zügig voranschreiten. Zum Thema Korruption sagte Hope, die fehlende Transparenz derEigentumsverhältnisse sei eine der größten SchwächenChinas, die beseitigt werden müsse, wenn China weitere Fortschritteerzielen wolle. "Der beste Rat, den wir als Ökonomengeben können, heißt: Wettbewerb einführen undderegulieren. Es ist nämlich sehr schwer, Schmiergelder zuzahlen, wenn man knallhart mit anderen Firmen konkurrieren muß." Zur Schaffung einer wettbewerbsorientierten und dennoch solidarischenGesellschaft müsse China - das Vordringen der Marktkräfte fördern, besondersdie Reform der Staatsbetriebe, des Finanzsystems und der Arbeitsmärkte),
- durch Abbau von Importschranken, Steigerung der Transparenzund Berechenbarkeit der Handelsregelungen und schrittweise Integrationin die internationalen Finanzmärkte die Eingliederung indie Weltwirtschaft vertiefen.
- die staatlichen Bemühungen auf die bessere Bedienungder Märkte lenken, indem die rechtlichen, sozialen, physischen,institutionellen und ökologischen Voraussetzungen fürschnelles, nachhaltiges Wachstum geschaffen werden. Mit diesenMaßnahmen, so die Studie, kann China hohes Wachstum erzielenund die Armut bis zum Jahr 2020 ausrotten, besonders wenn dieFrüchte der Entwicklung gleichmäßig auf Stadtund Land und auf die Provinzen verteilt werden. Außerdemkann China nicht nur reicher, sondern gleichzeitig auch saubererwerden. Chinas Luft- und Wasserverschmutzung zählt zwar zuden höchsten der Welt, doch weitere Reformen in der Umweltpolitikkönnen für künftige Generationen eine sauberereUmwelt sicherstellen.
Zusammen mit der Studie China 2020erscheinen sechs begleitende Berichte über die großenHerausforderungen, denen sich China zu stellen hat: Gewährleistungsicherer Einkommen für die Alten, Schutz und Sanierung derUmwelt, Finanzierung des Gesundheitswesens, Überwindung derEinkommensunterschiede, Sicherung der Nahrungsversorgung und Integrationin die Weltwirtschaft. Information:Graham Barrett (Tel. +1-202-458-0344, Fax 522-3405, E-Mail gbarrett@worldbank.org). China 2020: Development Challenges in the New Century(Stock No. 14042, 30,00 Dollar) wird mit sechs begleitenden Berichtenangeboten (je 20,00 Dollar):Old Age Security: Pensionreform in China (Stock No. 14077)Clear Water, Blue Skies:China's Environment in the new Century (Stock No. 14044)FinancingHealth Care: Issues and Options for China (Stock No. 14048)SharingRising Incomes: Disparities in China (Stock No. 14075)AtChina's Table: Food Security Options (Stock No. 14046)ChinaEngaged: Integration with the Global Economy (Stock No. 14079) Die komplette Reiheist für 120,00 Dollar unter Stock No. 14081 erhältlich.Bestellung: Publications Division (Fax +33-1-4069-3068) oderim Internet unter http://www.worldbank.org/html/extdr/pubs.htm. |